Ich stehe auf keiner Seite – und auf allen
Jede Sichtweise bekommt denselben Platz. Auch die, die im Alltag weniger Gewicht hat.
Ich arbeite als Mediator mit Menschen, die miteinander weitermüssen oder wollen – in Unternehmen, in Familien, manchmal auch mit sich selbst. Mein Teil der Arbeit ist der Rahmen: Ich sorge dafür, dass gesagt werden kann, was gesagt werden muss, und dass es dabei nicht eskaliert.
Meistens wird er nur kleiner verpackt: in kühler Höflichkeit, in Zuständigkeitsfragen, in Gesprächen, die man lieber nicht führt. Die Sache läuft weiter, nur mühsamer.
Was dann hilft, ist selten ein guter Ratschlag. Es ist ein Rahmen, in dem unterschiedliche Sichtweisen nebeneinander stehen können, ohne dass eine sofort entkräftet werden muss. Genau diesen Rahmen stelle ich her – und halte ihn auch dann, wenn es im Raum eng wird.
Ich komme aus dem Unternehmensleben. Organisationen, Verantwortung, Entscheidungsdruck und gegenläufige Interessen sind für mich kein Modell, sondern Alltag, den ich selbst erlebt habe. Das merkt man in meiner Arbeit: Ich muss mir nicht erklären lassen, warum ein Gespräch zwischen zwei Abteilungen keine Frage von gutem Willen ist.
Dieselben Muster gibt es in Familien und beim Thema Erben – nur dass dort niemand kündigen kann. Deshalb arbeite ich mit Unternehmen und Teams, mit Familien und mit einzelnen Menschen.
Ich höre zu, frage nach und spreche auch die Punkte an, um die vorher alle herumgelaufen sind. Was ich nicht tue: vorab festlegen, wer recht hat oder wie eine Lösung aussehen muss.
Jede Sichtweise bekommt denselben Platz. Auch die, die im Alltag weniger Gewicht hat.
Ich arbeite freundlich und ohne Vorwürfe. Das heißt nicht, dass Unangenehmes ausgespart wird.
Wenn ein Thema im Raum steht, spreche ich es an – auch wenn es gerade niemand aufgreifen will.
Vorgespräche, ein klarer Ablauf, festgehaltene Zwischenschritte. Niemand muss den Überblick behalten außer mir.
Eine Vereinbarung kann entstehen, und oft tut sie das. Manchmal ist aber zuerst etwas anderes entscheidend: dass die Beteiligten verstehen, was zwischen ihnen steht – und sich entscheiden können, wie sie damit umgehen wollen. Auch das ist ein Ergebnis.
Ein Konflikt ist kein Fehler im System.
Er zeigt, dass etwas wichtig ist. Die Frage ist nur, wie damit umgegangen wird.
Zuhören ist keine Zustimmung.
Eine Sichtweise ernst zu nehmen, heißt nicht, sie zu teilen.
Freiwilligkeit ist die Voraussetzung.
Wer nur geschickt wird, klärt nichts. Darum beginnt jede Zusammenarbeit mit Einzelgesprächen.
Was im Raum gesagt wird, bleibt im Raum.
Vertraulichkeit ist nicht verhandelbar – auch gegenüber Auftraggebenden.
Mein Ziel ist Handlungsfähigkeit, nicht Harmonie.
Es muss nicht alles gut werden. Es muss wieder etwas gehen.
Schreiben Sie mir in wenigen Sätzen, worum es geht – oder rufen Sie an. Im ersten Gespräch klären wir, ob ich der richtige Rahmen für Ihre Situation bin. Wenn nicht, sage ich das.